Meine Einkaufsliste

Bis vor einiger Zeit bin ich noch recht gerne in den Supermarkt gegangen um mich dort mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Die Lust darauf ist mir aber in den letzten Tagen gehörig vergangen. Das liegt nicht nur an den immer wieder, im wahrsten Sinne, aufkeimenden Lebensmittelskandalen, sondern auch an der ständigen Frage nach Payback- oder anderen Bonuskarten. Jeder Supermarkt scheint zur Kundenbindung ein eigenes System zu haben. Mal kann man seine gesammelten Punkte im Internet gegen Gutscheine einlösen, mal bekommt man Aktionsflyer zugeschickt. Aber offensichtlich scheint beim Datenschutz im Internet etwas falsch zu laufen. Plötzlich bekomme ich Informationen und Angebote von Supermärkten, die nicht in meiner Stadt, nichtmal in meinem Bundesland vorhanden sind. Auf Nachfrage hieß es nur, dass meine Daten in Ihrer Datenbank gespeichert sind und ich somit automatisch mit Neuigkeiten versorgt werde. Wer mich dort eingetragen hat, wurde mir nicht mitgeteilt.

Eigentlich könnte es mir egal sein, wer mein Einkaufsverhalten beobachtet. Meinetwegen könnte meine gesamte Einkaufsliste im Internet stehen. Das Problem ist nur, dass meine Daten offensichtlich verkauft werden und somit auch meine Adresse und mein Geburtsdatum. Große Supermarktketten wurden in jüngster Zeit Opfer von Hackern. Über Trojaner wurde unbemerkt Spyware auf die Server geschleust, so dass von außen mit Hilfe der Überwachungssoftware persönliche Daten ermittelt und archiviert werden konnten. Diese Informationen wurden mit krimineller Energie an Dritte verkauft.

Es ist unverschämt, dass ich meinen PC prima gegen Angriffe absichere, meine Daten aber dennoch auf irgendeine Weise in falsche Hände geraten. Klar nutze ich das E-Business gerne und bestelle mir auch auf der Online-Plattform meines Discounters hin und wieder Waren. Ich bin aber davon ausgegangen, dass meine Daten vertraulich behandelt werden und deren Server und Systeme gegen Viren geschützt sind. Durch persönlich auf meine Interessen zugeschnittene Werbebanner und andere Formen des Online Marketing bin ich zunächst skeptisch geworden. Irgendwie wusste das Internet mehr über mich als mir lieb war. Irgendwann war durch die ganze Adware die Schnelligkeit des Computers so eingeschränkt, dass für mich das Maß voll war. Ich habe versucht, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und meine persönlichen Informationen aus sämtlichen Datenbanken löschen zu lassen. Es scheint aber ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Wenn einmal persönliche Informationen im Netz sind, ist es nahezu unmöglich diese dauerhaft zu löschen.

Ich gehe weiter den mühsamen Weg und melde mich bei jeder Werbung, sowohl per Post als auch Online beim Absender und bitte um die Löschung. Vom Gesetz her sind die Firmen verpflichtet, auf Wunsch die weitere Versendung von Informationsmaterial einzustellen. In wie weit das in Zukunft zum Schutz des PCs vor weiteren Werbemails beiträgt, bleibt abzuwarten. Ich werde den Kampf nicht aufgeben und bis dahin meine Lebensmittel so gut es geht auf dem Wochenmarkt zu kaufen.

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