Zu lasch, zu streng

pcprima.deAls Art Director in einer mittelständischen Agentur für Kommunikationsdesign habe ich regelmäßig Kontakt zu Kunden aus aller Welt. Der Großteil der Korrespondenz findet natürlich per Email statt. Ich kann mich aber auch noch an Zeiten erinnern, in denen das Internet noch nicht so verbreitet oder nicht überall eine so hohe Internetgeschwindigkeit verfügbar war. Das hat den Datenversand deutlich erschwert. Vor allem in unserer Branche ist der technische Fortschritt wichtig und man muss immer up to date sein um den Anschluss nicht zu verlieren. Der Computer erleichtert uns die Arbeit sehr und eigentlich funktioniert auch die Korrespondenz über den PC prima. Wären da nicht die lästigen Verseuchungen durch Viren oder Trojaner. Jedes Jahr wird es mehr. Anfangs haben wir unsere Systeme noch selbst gepflegt, mittlerweile haben wir einen Kundenservice, der bei Problemen rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wir sind auf unsere wichtigen Daten angewiesen und können uns nicht erlauben, dass vertrauliche Inhalte mit Hilfe von Spyware irgendwie nach Außen getragen werden.

Wir haben uns extra eine Überwachungssoftware installieren lassen, die ungewöhnliche Datentransfers meldet, so dass wir überprüfen können ob alles mit rechten Dingen zugeht oder bösartige Software im Spiel ist. Da wir unseren Kunden wichtige Datenpakete als kostenlose Downloads anbieten, kommt es schonmal vor, dass auf Grund der Zeitverschiebung hoher Traffic zu ungewöhnlichen Uhrzeiten aufkommt. Durch Cookies weiß unser System jedoch, dass es sich um Kunden von uns handelt und schlägt in diesem Fall keinen Alarm. Größere Schwierigkeiten hatten wir jedoch mit Emails. So ziemlich jede Spamwelle erreicht auch unsere Agentur und morgens ist man immer erst eine halbe Stunden damit beschäftigt, wichtige Emails aus diesem ganzen Wust von überflüssigen Dateien rauszufischen. Ein spezielles Programm sollte uns dabei Abhilfe verschaffen und die Arbeit erleichtern. Leider waren die Voreinstellungen so lasch, dass noch immer ein Großteil der Spam-Mails im Postfach landete. Eine Leistungsoptimierung der Software hatte zur Folge, dass der Filter zu streng war und sämtliche Mails aus Asien geblockt hat. Der asiatische Raum scheint ein großer Versender dieser Mails zu sein. Da wir auch zahlreiche Kunden aus Asien haben, für die wir Suchmaschinenoptimierung (SEO) für den europäischen Markt betreiben, wurden auch deren Emails geblockt. Das hatte zur Folge, dass wir wichtige Briefings nicht erhalten haben, von denen wir später erst per Telefon erfuhren.

Mittlerweile sind wir recht zufrieden mit unseren Sicherheitsvorkehrungen. Auch wenn hin und wieder korrupte Dateien auftauchen, der Großteil der bösartigen oder unsinnigen Mails landet direkt im Müll. Machmal hilft die Optimierung des PCs schon aus um deutlich effektiver arbeiten zu können. Und ohne die Möglichkeit des Internets könnten wir nicht mit so vielen internationalen Kunden zusammenarbeiten. Der einzige Nachteil ist, dass ich jetzt nicht zu einem Meeting nach Tokio fliegen kann, sondern mich im Konferenzraum via Videotelefonie mit unseren Partnern in Japan unterhalte. Da wäre mir ehrlich gesagt die Reise lieber…

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